Reisebericht über Portugal - 1997


Landesgröße 88.500 Km2, max. Ausdehnung 560 Km N/S und 218 Km O/W, 10 Mill. Einw.

Hier möchte ich ein paar Höhepunkte unserer 3-wöchigen Mietwagenrundreise vorstellen. Wir legten dabei ca. 3000 Km zurück. Gestartet sind wir im Süden an der Küste der Algarve. Unsere Tour führte uns in einer Art Zick-Zack Kurs bis in den Norden des Landes (Tras os Montes - Hinter den Bergen) zur spanischen Grenze.



Algarve: Der Begriff Algarve kommt aus dem arabischen AlGarbh und bedeutet übersetzt der Westen. Der Algarve, wie der Portugiese sagt, ist eigentlich nur eine alte Provinz welche heute durch neue Aufteilungen keine Bedeutung mehr hat. Dieser Küstenabschnitt ist aber der am meisten besuchte Teil der Touristen und stellenweise etwas überlaufen. Im Hinterland ist es wesentlich ruhiger und landestypischer als an der Küste.
Lissabon:   Die Hauptstadt von Portugal. Unbedingt sollte das Jeronimos Kloster besichtigt werden. Es stammt aus der manuelinischen Zeit um 1600. Das Kutschenmuseum zeigt die Kutschen des eh. Königshofes sowie Kutschen aus Rom und England. Am Ufer des Tejo steht die alte Festung Torre de Belem welche zur Bewachung der Flußmündung erbaut wurde. Das Denkmal der Entdeckungen des Prinzen Henrique (Heinrich der Seefahrer) steht ebenfalls im Stadtteil Belem. Ein Aufzug führt zur Aussichtsplattform (schöne Aussicht). Zusätzlich sollte man auf jeden Fall die Stadt selbst mit ihren einzelnen Stadtteilen und unzähligen Einkaufsmöglichkeiten besichtigen.
Palast de Pena: Der Palast steht auf 500 Höhenmetern mitten in den Gärten von Sintra. Von hier hat man einen Ausblick bis zum Atlantik. Auf den Ruinen des Sommersitzes der Jeronimus Mönche ließ sich der Prinzgemahl Maria II da Glorias ein Märchenschloß errichten. Ferdinand von Sachsen-Coburg-Cohary beauftragte mit Baron Wilhelm von Eschwege aus Werratal einen deutschen Architekten, der mit den Bauarbeiten 1839 begann. Alle portugisischen und deutschen Baustiele sollten darin vereint werden. Über das Ergebnis läßt sich streiten.
Nazare:   Im Sommer kurzzeitig Badeort, danach wieder ein ruhiges, romantisches Fischerdorf wo am Abend die Netze eingeholt werden und die Fischer mit ihren Booten aufs Meer fahren. Mit der alten Seilbahn gelangt man bequem zur Oberstadt. Von hier hat man einen guten Ausblick über die Unterstadt, den Strand und das Meer.
Porto:   Diese Stadt prägte durch ihren Namen das Land und den Portwein. Der Portwein wird hier im Norden im Douro Tal angebaut und nach der Ernte nach Porto zu den Kellereien gebracht. In den Kellereien sind Führungen und Verkostungen jederzeit möglich. Tip: Unbedingt alle Sorten probieren. Ein weiteres Wahrzeichen für die Stadt ist die Doppelbrücke welche Porto mit Villa Nova de Gaia verbindet. Die untere Fahrbahn liegt 10 m und die obere 70 m über dem Fluß. Porto eignet sich auch ideal für Einkäufe wie Schmuck, Kork- und Lederwaren, da hier die herstellende Industrie angesiedelt ist.

Wallfahrten:   Die Portugiesen sind sehr gläubig und besitzen selbst in den kleinsten Dörfern Kirchen. Hier ist das große Dominikanerkloster Batalha (Schlacht) abgebildet. Sie wurde nach dem Sieg über die Spanier errichtet. Das Kirchenschiff hat eine Länge von fast 80m. Erbaut ist das Kloster im gotisch-manuelinischen Baustiel.

Angemessene Kleidung ist für alle Kirchen und auch für Stadtbesichtigungen empfohlen. Dies sollte selbstverständlich sein!

Landwirtschaft:   Man kann bei der Reise durch Portugal einem Großbauern mit einem nagelneuen Traktor ebenso begegnen, wie einem Ochsengespann auf dem die Familie durchs Dorf fährt oder einem Kleinbauern welcher mit einem Ochsen bzw Esel seinen kleinen Acker pflügt. Wenn man Glück hat findet man in einem Dorf noch eine funktionierende Windmühle mit einem Müller vor. Wenn man Glück hat (wie wir) führt einen der Bauer gleich voller Stolz durch seine Mühle und erklärt die Technik und die einzelnen Arbeitsgänge.
Handwerk: Bekannt sind vor allem die bemalten alten Fließen sowie die farbige und die rote Keramik. In einigen wenigen Regionen wird jedoch noch das Handwerk der schwarzen Keramik gepflegt. Die schwarze Färbung wird durch ein besonderes Brennverfahren erreicht. In Städten werden überwiegend Waren im Souvenierbereich angeboten, auf dem Land kann man hauptsächlich Haushaltsartikel wie Töpfe, Kessel und Auflaufformen erwerben. Lederwaren und Schmuck werden zum größten Teil auch im eigenen Land produziert und sind meist günstiger zu kaufen als bei uns zu Hause. 
Gesundheit:   In Portugal gibt es viele Mineralwasserquellen. Das Wasser wird zum großen Teil kommerziell in den Läden verkauft. Jede Quelle soll ihre eigene heilende Wirkung auf den Körper haben. Kleinere Quellen wie hier in Chaves mit einem kleinen Kurgarten sind öffentlich zugänglich und jeder kann dort nach Bedarf Wasser abfüllen. Jedoch sollte man nicht zu hastig trinken, da das Wasser mit einer Temperatur von 72 Grand aus der Quelle kommt.
Archaeologie:   Durch viele Eroberungskriege (Römer, Sueben, Vandalen) wurden leider viele Altertümer zerstört. Zu den noch erhaltenen zählen der Diana Tempel in Evora und die Ausgrabungen bei Conimbriga. Dies ist die wichtigste antike Ausgrabungsstätte in Portugal.

 

Portugal eignet sich durch sein niedrigeres Lohnniveau und die zum größten Teil im eigenen Land stattfindende Herstellung vorzüglich für Lederwaren (Taschen, Schuhe), Silber und Goldschmuck aller Art und Keramik für den Haushalt sowie Fließenbilder zur Verschönerung von Haus und Wohnung.
Kulinarisch sollten gegrillte Sardinen und Stockfisch, Schnaps vom Erdbeerbaum (Mendronho), versch. Fischsuppen, Mineralwasser dirkt von der Quelle, Vinho Verde und Dao, Huhn piri piri, die versch. Arten von Portwein und der süße Kuchen der port. Hausfrauen probiert werden.
Die Preise in der Gastronomie sind sehr günstig. Ein Essen kostet ca. 12.- DM, ein Menü mit 3-Gängen sowie Wein, Wasser, Kaffee und Schnaps ca. 25.-- bis 30.-- DM. Ein gutes Hotel kostet 40.- bis 80.- DM. Ein 3-4 Sterne Hotel 100.- bis 200.- DM. Aber Achtung, ißt man in einem guten Hotel z.B. an der Algarve welches überwiegend von den Reisebüros gebucht wird (sich überwiegend nur Touristen aufhalten) zu Abend, gehen die Preise fürs Essen schnell über 50.-- DM.
Tipp: Hotel verlassen und sich ein gemütliches Lokal in der Stadt suchen. Sieht es so aus wie ein Lokal in Deutschland, aufpassen - oft gehobene Preise, sieht es für typisch deutsche Verhältnisse etwas "anders" aus, reingehen. Ihr werdet nie besser, landestypischer und günstiger gegessen haben.